Preisträgerinnen und Preisträger

Der lokale Agenda-Preis Potsdam-Mittelmark wird bereits seit 23 Jahren verliehen. Im Jahr 2022 gab es viele gute Bewerbungen. Die Entscheidungen der Jury, bestehend aus Mitgliedern des Ausschusses für Klimaschutz, Umwelt, Recht, Bauen und Landwirtschaft, fiel nicht leicht.

Vertreter:innen des Landkreises, der Jury und TGZ PM GmbH besuchte in diesem Jahr alle Preisträger:innen und besichtigten ihre Projekte vor Ort. In diesem Rahmen wurden die zwischen 500 und 3.500 Euro dotierten Auszeichnungen überreicht.


Platz 1

Den ersten Platz vergab die Jury an die Bürgerenergiegenossenschaft der NaturEnergie Fläming eG für die Errichtung einer 29,975 kWp Photovoltaik-Anlage mit einer 13,5 kWh Tesla Powerwall auf einem der Stallgebäude der Schäferei Arensnest eG.

Die PV- Anlage ist die siebte PV-Anlage der Genossenschaft, aber die erste mit einem Batteriespeicher. Damit wird für eine nachhaltige Stromversorgung Strom auf einer bestehenden Dachfläche gewonnen, Überschüsse zuerst gespeichert und danach erst ins Netz eingespeist und der dann noch benötigte Reststrom aus anderen erneuerbaren Quellen gewonnen. Des Weiteren ist hier eine Notstromversorgung integriert. Im Jahr 2022 konnte der Strombedarf der Schäferei Arensnest eG zu 74 % aus Solarstrom inkl. des Batteriespeichers gedeckt werden. Der Reststrom wird von der Genossenschaft von Greenpeace Energy eingekauft.

Die NaturEnergie Fläming eG leistet bereits seit 2011 einen aktiven Beitrag zur Energiewende in unserer Region. Die errichteten Photovoltaikanlagen erzeugen jährlich rund 130.000 Kilowattstunden klimaneutralen Strom. Das entspricht dem durchschnittlichen Bedarf von 65 Haushalten.

Für uns war diese Preisübergabe an so einen wichtigen Partner für den Klimaschutz in Potsdam-Mittelmark und eine Würdigung ihrer Arbeit längst überfällig und eine große Freude.

Erster Platz 2022
Platz 2

Der zweite Preis ging an das Gemeinschaftsprojekt Leben im Fläming (LiF) der LiF eG. Mit Baubeginn im September 2022 entsteht in Bad Belzig ein Mehrgenerationshaus, in dem 90 Menschen jeden Alters leben, arbeiten und wohnen können. Auf dem 17.000 qm großen Grundstück sollen insgesamt 3900 qm Wohnfläche, die 44 Wohnungen fasst und 600 qm Gemeinschaftsfläche entstehen. Zusätzlich gehören noch 15.000 qm Wald zum Projekt.

Eine ökologische und nachhaltige Bauweise wird gleich durch mehrere Punkte erfüllt. Als Baumaterial wird Holz verwendet, die Energieversorgung wird überwiegend durch erneuerbare Energien gedeckt und ein Grauwasserkreislauf senkt den Wasserverbrauch erheblich. Durch die günstige Lage in Bad Belzig können die Bewohner:innen weitestgehend auf Fahrten mit dem eigenen PKW verzichten. Mit einem Leitbild, dass auf Gemeinschaftlichkeit, Gleichberechtigung, Toleranz, Nachhaltigkeit und Engagement für die Region fußt lassen sich hier nahezu alle Ziele des Agenda-Prozesses wiederfinden.

Unsere Freude war also groß, als die Bewerbung der LiF eG eintraf. Denn Projekte wie diese geben der Region und dem lokalen Agenda-Prozess des Landkreises einen großen Mehrwert.

Platz 3

Den dritten Platz erhielt der gemeinnützige Verein Lebendiger Lernort Arensnest eV für die Arensnester Klimaweide. Hier wird auf ca. 15 Hektar Weideland der Agenda-Prozess gelebt und dem Klimawandel getrotzt.

Zunächst dreht sich eigentlich alles um den Boden der Klimaweide. Daniel Diehl, Svenja Nette und die Mitglieder der Genossenschaft bewirtschaften diesen regenerativ, denn sie wenden das holistische Weidemanagement und Agro-Forst-System sehr erfolgreich an. Damit werden hier nicht nur große Mengen CO2 gespeichert, sondern unter anderem auch der Erhalt der Artenvielfalt gefördert. Regelmäßige Messungen des Humusgehaltes und der Bodenfeuchte dienen dem besseren Verständnis der antropogenen Beeinflussung der Bodenprozesse und der Entwicklung von Lösungsansätzen. All das wird auch erfahrbar gemacht. Kinder und Jugendlichen können hier forschen, lernen, verstehen. In Zusammenarbeit mit Universitäten und der Forschung werden die gemessenen Daten ausgewertet und hoffentlich zu Lösungsansätzen verarbeitet.

Wir danken dem gemeinnützigen Vereine Lebendiger Lernort Arensnest sowie der Schäferei Arensnest für die Bewerbung und ihr unerschütterliches Engagement für den Schutz der Umwelt und des Klimas.

Die Preisträgerinnen und Preisträger der Vorjahre


Kontakt

E-Mail: katja.besser@tgz.pm
Bad Belzig: +49 33841 65-382
Mobil: +49 151 53672349